
Ohne Titel (Entwurf zu einer Skulptur) von Dan Graham aus dem Jahr 2000 zeigt den Grundriss eines Pavillons, der sich im Entwurfsstadium befindet, in zwei Varianten. Der trapezförmige Grundriss ist im Inneren durch eine Wand unterteilt, wodurch ein dreieckiger und ein viereckiger Raum entstehen. Weitere Linien deuten mögliche Zugänge in das Innere der Architektur an. Die Arbeit wurde ursprünglich mit schwarzem Stift gezeichnet und 2013 in Form eines Faksimiles als Jahresgabe des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.) angeboten.
Seit Ende der 1970er-Jahre entwickelte Graham zahlreiche begehbare Pavillons aus Glas und Metall, die sowohl in Innen- als auch in Außenräumen aufgestellt wurden. In Berlin steht ein solcher Pavillon im Hof der KW Institute for Contemporary Art und wird dort als Café genutzt. Durch den Mix aus spiegelnden und transparenten Scheiben bezieht der Pavillon seine Umgebung und die Besucher*innen ein und blendet sie gleichermaßen aus. So ermöglicht die Architektur einerseits die Beobachtung des eigenen Ich und andererseits die Interaktion mit dem, was im und um den Pavillon herum vor sich geht.
Grahams Pavillons verbinden Skulptur, Architektur und das Konzept des Sehens und Sich-Zeigens sowie der Kommunikation und des Rückzugs. Viele Skizzen des Künstlers wurden nie veröffentlicht und waren vermutlich für den eigenen Gebrauch bestimmt. Sie liefern jedoch einen wichtigen Einblick in das Beziehungsgefüge von Raum, Körper und Gesellschaft, das Graham konzipiert und in skulptural anmutende Architekturen übersetzt hat.
Unter den Linden 32-34
10117 Berlin
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Email: info@scheringstiftung.de
Donnerstag bis Freitag: 14-20 Uhr
Samstag und Sonntag: 12-20 Uhr
Eintritt frei