Schering Stiftung

Preisträger*in 

Henrik Kaessmann

Henrik Kaessmann
Foto: Universität Heidelberg / Tobias Schwerdt

Henrik Kaessmann

Ernst Schering Preis 2026

Henrik Kaessmann
Foto: Universität Heidelberg / Tobias Schwerdt

Henrik Kaessmann

Ernst Schering Preis 2026


Die Schering Stiftung verleiht den Ernst Schering Preis 2026 an Prof. Dr. Henrik Kaessmann vom Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg. Er erhält die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung für seine wegweisenden Entdeckungen zur Evolution der Genregulation und zur Entstehung neuer Gene.

Der 1971 geborene Wissenschaftler zählt zu den einflussreichsten Evolutionsgenetikern seiner Generation. Mit seinen groß angelegten Genexpressionsanalysen beim Menschen und einer Vielzahl anderer Wirbeltiere – von Schimpansen über Maus und Schnabeltier bis hin zu Huhn und Fischen – hat Prof. Kaessmann fundamentale Beiträge zur Erforschung der Säugetierevolution geleistet.

Grundlegend verändert hat er dabei insbesondere das Verständnis der evolutionären Ursprünge und der genetischen Steuerung von Organentwicklung und Organfunktion bei Wirbeltieren, einschließlich des Menschen. In seinen Arbeiten entschlüsselt Prof. Kaessmann, wie Gene in unterschiedlichen Zellen und Organen aktiviert und kontrolliert werden und schafft so auch wichtige Referenzrahmen für die biomedizinische Forschung.

Prof. Dr. Henrik Kaessmann ist Professor am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg. Mit über 75 hochrangigen Publikationen und mehr als 20.000 Zitierungen zählt er zu den einflussreichsten Evolutionsgenetikern seiner Generation. Für seine Forschungsarbeiten hat er unter anderem drei hochdotierte Förderungen des European Research Council sowie renommierte Auszeichnungen wie den Friedrich-Miescher-Preis und den Max-Cloëtta-Preis erhalten. Er ist EMBO-Mitglied, wurde dieses Jahr in die Leopoldina berufen und hat mehr als 25 Postdoktoranden sowie 23 Doktoranden betreut, von denen viele heute selbst Führungspositionen in der Wissenschaft innehaben.

Preisverleihung 2026 

Preisverleihung — 17.11.2026

Die Schering Stiftung verleiht Henrik Kaessmann den Ernst Schering Preis. Can Aztekin erhält den Schering Young Investigator Award.

Ernst Schering Preis Jury 

Pico Caroni ist seit 1995 Senior-Gruppenleiter am Friedrich Miescher Institute (FMI) for Biomedical Research und Professor für Neurobiologie am Biozentrum der Universität Basel. Er studierte Biochemie an der ETH Zürich und forschte anschließend über die Regeneration im Zentralnervensystem in der Arbeitsgruppe von Martin Schwab am Institut für Hirnforschung der Universität Zürich. Seit 1989 forscht er am FMI – zunächst als Junior-Gruppenleiter – über die Plastizität in definierten neuronalen Schaltkreisen und Systemen. Dabei interessieren ihn neben den Grundlagen von Lernen und Gedächtnis auch die Einflüsse von Genmutationen auf die Schaltkreise und die daraus resultierenden psychischen Störungen.

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Britta Eickholt ist seit 2011 Professorin für Molekulare und Zelluläre Biochemie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Sie promovierte 1998 am Guy’s Hospital in London. In 2001 erhielt sie eine Lecturship am King’s College London und startete ihre eigene Forschungsgruppe am ‚MRC Centre for Developmental Neurobiology‘. Sie wurde 2010 zur Professorin für Molecular Neurobiology am King’s College ernannt, bevor sie ihrem Ruf in 2011 nach Berlin folgte. In ihrer Forschung beschäftigt sich Britta Eickholt mit Mechanismen der Signaltranduktion, die dynamische Prozesse des Zytoskelett in neuronalen Zellen regulieren.

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Carl-Henrik Heldin ist seit 1992 Professor für Molekulare Zellbiologie an der Universität Uppsala, Schweden. Von 1986 bis 2017 war er Direktor des Ludwig Institute for Cancer Research in Uppsala. Professor Heldin ist Vorsitzender der Nobelstiftung, des Science for Life Laboratory sowie der European Molecular Biology Organization. Sein Forschungsinteresse gilt den Mechanismen der Signalübertragung durch Wachstumsregulationsfaktoren sowie ihre Normalfunktion und Rolle bei Erkrankungen. Ein wichtiges Ziel ist die Erforschung des möglichen klinischen Nutzens von Signaltransduktionsantagonisten.

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Thomas Höfer leitet die Abteilung für Theoretische Systembiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und ist Professor an der Fakultät für Biowissenschaften der Universität Heidelberg. Nach seinem Studium der Biophysik promovierte er in angewandter Mathematik an der Universität Oxford. Nach postdoktoralen Forschungsaufenthalten am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden und am Collège de France wurde er 2002 Juniorprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin und zog 2007 nach Heidelberg. Seine Forschung "bringt Zeit in die Gleichung", indem er datengesteuerte mathematische Modelle für die klonale Dynamik von Immunantworten, stammzellgesteuerte Geweberegeneration und somatische Evolution entwickelt.

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Chiara Romagnani absolvierte ihr Medizinstudium an der Universität Florenz in Italien, bevor sie sich als Onkologin am Nationalen Krebsinstitut in Genua spezialisierte. Nach Abschluss ihrer Promotion in Immunologie an der Universität Genua unter der Leitung von Lorenzo Moretta erhielt sie ein EMBO-Stipendium für eine Postdoktoranden-Ausbildung am Deutschen Rheumazentrum (DRFZ) in Berlin. Dort konzentrierte sie sich auf die angeborene Immunität und Entzündungen, zunächst als Gruppenleiterin und später als DFG-Heisenberg-Professorin. Sie trug zur Identifizierung von Signalen bei, die für die Differenzierung und Aktivierung von angeborenen lymphoiden Zellen (ILCs) verantwortlich sind, sowie zur Entdeckung der Klonalität und des Gedächtnisses menschlicher NK-Zellen, wofür sie kürzlich einen ERC Advanced Grant erhielt. Derzeit ist sie Joint Full Professor an der Charité und der Freien Universität Berlin im Rahmen der Berlin University Alliance und Vorsitzende des Instituts für Medizinische Immunologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Chiara Romagnani ist zudem Mitglied der Leopoldina – Deutschen Nationalen Akademie der Wissenschaften.

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