
Kazuki Nakaharas künstlerische Praxis wurde anfänglich geprägt von persönlichen Erfahrungen. Er hat in Japan zunächst von seinem Großvater und Vater die Kunst der Kalligrafie erlernt. Nach seinem Umzug nach Berlin studierte er an der Kunsthochschule Weißensee und wandte sich fortan einer abstrakten Zeichensprache zu. Mithilfe von Grafit- und Farbstiften entwickelt er seit 2013 dichte Liniengefüge, die sich über das gesamte Blatt ausbreiten. Sie wirken aus der Nähe betrachtet fein strukturiert; aus der Ferne besehen wird ihre räumliche Tiefe deutlich.
Die Farbstiftzeichnung Ohne Titel (2017) besteht aus horizontal ausgerichteten, parallel angeordneten schwarzen Linien, deren Zwischenräume teils von kurzen diagonalen Strichen durchsetzt sind. So entsteht ein rhythmisches Raster aus Verdichtungen und Leerstellen, die als helle Bahnen aufleuchten. Auf dem Blatt zeichnet sich ein visuelles Wechselspiel von Ordnung und Offenheit ab. Nakaharas zeichnerische Methode folgt selbst gesetzten Regeln, jedoch erlaubt sich der Künstler intuitive Setzungen und eine gestalterische Freiheit.
Seine Zeichnungen rufen vielfältige Assoziationen hervor an Gewebe, Licht- und Schattenspiele oder Leitungssysteme. Die Eindrücke schwanken zwischen Naturphänomenen und technologischen Objekten. Auch hier lässt sich der Künstler nicht festlegen, sondern schafft Werke, die Raum lassen sollen für die eigenen Ideen und Vorstellungen der Betrachtenden.
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