
01.11. – 02.11.2025
Haus der Kulturen der Welt
Sylvia Winter Foyer
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin
Samstag, 01.11.2025: 19:00-23:00 Uhr
Sonntag, 02.11.2025: 12:00-21:00 Uhr
Alle Veranstaltungen und Gespräche (vorwiegend) auf Englisch, mit Simultamübersetzung ins Deutsche
Das vollständige Programm von Fertile Void finden Sie hier.
Eintritt frei.
Fertile Void untersucht mithilfe von künstlerischen Interventionen, Performances, Diskursveranstaltungen, Installationen und Workshops, wie verschiedene Arten des Wissens und des Seins einen Beitrag leisten können zum Verständnis sozialer Realitäten, die sich aus Quantentheoremen ergeben. Letztere rücken dank der immensen technologischen Fortschritte in eine greifbare Nähe.
Anlässlich des Internationalen Jahres der Quantenwissenschaft und -technologie setzt sich das Festival Fertile Void mit den Fragestellungen auseinander, die das Quantenzeitalter aufwirft. Es richtet dabei den Blick auf kosmologische Untersuchungen, disziplinübergreifende Forschung und neue Technologien – mit dem Ziel, Wege zu einem besseren Verständnis der schwer greifbaren Quantenphänomene zu eröffnen. Durch die Ausweitung des Feldes der Quantenwissenschaft auf Forschungskomplexe wie die Quantenbiologie zielt das Konzept von Fertile Void auf eine Wissenschaftspraxis ab, die der pluriversalen Aussage Rechnung trägt, dass die Welt zugleich verschränkt und relational ist – gewissermaßen eine Welt und viele.
Die Quantenkosmologie verbindet sowohl menschliches und nicht-menschliches Leben als auch Erde und Kosmos. In diesem Sinne steht sie im Einklang mit dem interdisziplinären Charakter von kosmologischen Ansätzen wie z.B. ayurvedischen Lehren (das Wort Ayurveda kann wörtlich mit „Wissenschaft vom Leben“ übersetzt werden), die nach aktuellem Stand der Forschung mehr als 5.000 Jahre alt sind. Weitere Referenzen bilden die Inka-Kosmologie aus dem 7. Jahrhundert, die jüdische Mystik aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, die Wahrsagesysteme der Ifá in Westafrika oder die Metaphysik der Blackfoot auf dem Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten von Amerika. Jede dieser Traditionen veranschaulicht Untersuchungsmethoden, die genutzt werden könnten, um einem reduktiven, westlich-zentrierten Verständnis der Quantenwissenschaften und ihrer Möglichkeiten entgegenzuwirken. Jede stellt Fragen über die Wechselbeziehungen zwischen der Bewegtheit lebendiger Materie und der Bewegungslosigkeit des Raums, über die Entstehung der materiellen Welt aus dem scheinbaren Nichts und über die Muster und Bewegungen, die sich aneinander ausrichten und als Phänomene hervortreten. Könnten zeitgenössische Ansätze der Quantenwissenschaften Übersetzungen dieser älteren Formen der Welterschließung sein, die hier in anderer Form wieder auftauchen?
Unter den Linden 32-34
10117 Berlin
Telefon: +49.30.20 62 29 65
Email: info@scheringstiftung.de
Donnerstag bis Freitag: 14-20 Uhr
Samstag und Sonntag: 12-20 Uhr
Eintritt frei