Schering Stiftung

Veranstaltung 

Foto: Zwölf GbR

BIS AUF WEITERES ABGESAGT

Über Geruch

Symposium an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft

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BIS AUF WEITERES ABGESAGT

Über Geruch

Symposium an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft

Termin:

21.03.2020, 09–22 Uhr


BIS AUF WEITERES ABGESAGT

Das interdisziplinäre Symposium zum Thema „Geruch“ und „Riechen“ bietet Raum für die Erkundung des Themas aus verschiedenen Perspektiven und Disziplinen in Vorträgen, Diskussionen, Workshops und Interaktionen. Eingeladen sind Künstler*innen und Wissenschaftler*innen u.a. aus Kunst, Philosophie, Ägyptologie, Neurowissenschaft und Medizin. Mit dem Symposium findet das Themenjahr 2019 der Schering Stiftung zum Thema Geruch seinen Abschluss und kann an Erkenntnisse und Fragen aus den bisherigen Ausstellungen und Workshops anschließen.

PROGRAMM
9:00-12:45: Vorträge und Diskussionen – 1. Teil
Prof. Barry C Smith: “Smell as the Background to Consciousness” (Engl.)
Prof. Maria Larsson: „Memory for Odors“ (Engl.)
Dora Goldsmith: “Die olfaktorische Welt der Liebe und Sexualität im alten Ägypten”, gefolgt von einer Diskussion mit Prof. Hanns Hatt

Lunch (vegetarisch)

13:45 – 15:15: Workshops, Erfahrungsräume und Interaktionen
Scent Club Berlin in Kollaboration mit Anna Virnich, Dora Goldsmith, Agnes Meyer-Brandis, Sean Raspet, Thomas Hummel

15:15-19:15: Vorträge und Diskussionen – 2. Teil
Sissel Tolaas (tba)
Sean Raspet: “New Materials, New Scents: Art and Molecular Design“ (Engl.)
Wolfgang Georgsdorf: „Osmodrama und Smeller 2.0. Künstlerische und wissenschaftliche Fragen an eine Kunstform, die den audiovisuellen Raum verlässt”
Prof. Ilona Croy, Wolfgang Georgsdorf und Prof. Thomas Hummel im Gespräch zu Kooperationen wissenschaftlicher und künstlerischer Forschung zum menschlichen Geruchssinn
Natalia Filvarova: „Multisensory Perception: How Smell shapes our Senses“ (Engl.)

19:15-20:15 Multisensorische Weinverkostung
Angela Loi

Dinner (vegetarisch) & Get Together

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Programm 

Programm für das Symposium

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Sprecher*innen 

Ilona Croy studierte Psychologie und absolvierte ihre Ausbildung in Psychodynamischer Psychotherapie in Dresden, wo sie auch promovierte. Danach verbrachte sie drei Jahre als Postdoc in Göteborg und setzte ihre Forschung als Associate Senior Lecturer in Linköping, Schweden, fort. Sie kehrte an die Psychosomatische Abteilung des Universitätsklinikum Dresden zurück und leitet dort nun die Forschungsabteilung. Im Jahr 2017 wurde sie für die hervorragende Betreuung von Doktorand*innen ausgezeichnet. In verschiedenen Studien untersucht Ilona Croy den wahrnehmungsbezogenen und neuronalen Zusammenhang zwischen Depression und Olfaktion sowie die Verarbeitung und Funktion von Olfaktion, zum Beispiel zur Modulation von Eltern-Kind-Interaktionen.

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Natalia Filvarova ist als Associate Researcher in der MultiSense-Gruppe des Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung tätig und arbeitet an den neuronalen Grundlagen der multisensorischen Wahrnehmung. Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren des Gehirns sowie Verhaltenstests untersucht sie, wie unser Gehirn verschiedene Ströme von sensorischen Informationen verarbeitet, um sie in kohärente Welteinheiten zu integrieren.

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Wolfgang Georgsdorf ist interdisziplinärer Künstler und Forscher, Erfinder, Musiker, Autor und Regisseur. Der geborene Österreicher lebt seit fast 30 Jahren in Berlin und Brandenburg und schöpft vornehmlich aus Synergien zwischen Kunst und Wissenschaft. Zu seinen Arbeiten gehören die durch seine Entwicklung MUDRA ermöglichte Erforschung und Beschreibung der Österreichischen Gebärdensprache, zu seinem musikalischen Wirken gehören neben dem Bau von Riesenxylophonen und Instrumenten zur Geruchs- und Klangforschung vor allem seine Arbeit als Dirigent und Geiger im Berlin Improvisers Orchestra. Seine Erfindung und Entwicklung von Smeller 2.0, einer Technologie zur digital gesteuerten Projektion präziser Geruchssequenzen für kollektive Wahrnehmung (Osmodrama) wurde mehrfach ausgezeichnet und unter anderem im Martin Gropius Bau Berlin ausgestellt. Zur Erforschung der medizinischen Implikationen dieser neuen Kunstform kooperiert er unter anderem mit dem Interdisziplinären Zentrum für Riechen und Schmecken an der Universität Dresden (Prof. Dr. Thomas Hummel), mit der Charité (Prof. Dr. Florian Uecker) sowie mit Prof. Dr. Önder Göktas und dem HNO-Zentrum am Kudamm Berlin.

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Dora Goldsmith ist Ägyptologin. Sie promoviert zurzeit an der Freien Universität Berlin zum Thema Geruchswahrnehmung im alten Ägypten. In ihrem Promotionsvorhaben untersucht sie die olfaktorische Welt der altägyptischen Gesellschaft anhand von schriftlichen Quellen. Um die schriftlichen Quellen besser verstehen zu können, verwendet sie die Methode der experimentellen Archäologie und rekonstruiert die Düfte, die die altägyptischen Texte beschreiben. Zwei ihrer Duftrekonstruktionen wurden in Museen ausgestellt – das Mendesian-Parfüm im National Geogpraphic Museum in Washington, D. C. und der Duft der Einbalsamierung im Okayama Orient Museum in Japan. Dora Goldsmith hält weltweit Vorträge und Workshops über ihre Forschungsergebnisse und begleitet diese mit ihren anregenden Duftrekonstruktionen.

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Hanns Hatt ist Biologe, Mediziner und Zellphysiologe an der Ruhr-Universität Bochum. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit liegt auf der molekularen und zellulären Geruchsforschung, insbesondere auf der Wirkung von Duftstoffen auf den Menschen. Seine Bücher zu diesem Thema wurden zu Bestsellern. Hanns Hatt ist seit September 2015 Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften.

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Thomas Hummel forscht an der Geruchs- und Geschmacksklinik der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Technischen Universität Dresden im Bereich der chemosensorischen Systeme. Dies umfasst eine Klinik für olfaktorische / gustatorische Störungen sowie Untersuchungen im intranasalen trigeminalen System.
Thomas Hummel studierte Medizin an der Universität Erlangen-Nürnberg und ist Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie. Als Post-Doc war er 1994 am Department of Pharmacology der University of Iowa, Iowa City, USA. Von 1997 bis 1998 war Prof. Hummel außerdem Assistenzprofessor am Smell and Taste Center der HNO Klinik der University of Pennsylvania, Philadelphia, USA. Er ist Autor/Co-Autor und Herausgeber von zahlreichen Publikationen, unter anderem im Bereich der Chemosensorik.

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Maria Larsson ist Professorin für Wahrnehmung und Psychophysik am Fachbereich Psychologie der Universität Stockholm und Direktorin des Gösta-Ekman-Labors, das sich der wissenschaftlichen Untersuchung unserer Sinnesfunktionen widmet. Ihr Hauptforschungsinteresse gilt der olfaktorischen Kognition, insbesondere dem Geruchsgedächtnis. Außerdem ist sie Principle Investigator des groß angelegten Forschungsprogramms "Unser einzigartiger Geruchssinn", das von der Schwedischen Stiftung für Geistes- und Sozialwissenschaften für die Jahre 2015-2020 gefördert wird.

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Angela Loi, Weinexpertin und Gründerin von Loivini, verließ ihre Karriere in der Londoner Finanzbranche, um ihrer Leidenschaft für Wein nachzugehen, dies führte sie zum WSET Wine Diploma und Sommelière Meister. Mit Loivini gestaltet sie heute in Berlin multisensorische Weinverkostungen, die auf unterhaltsame und interaktive Weise die psychophysiologischen Faktoren aufdecken, die unseren Weingeschmack beeinflussen. Ihre Weinverkostungen erschaffen Erlebnisse, die dazu anregen sich intensiver mit den eigenen Sinneswahrnehmungen zu befassen und zu erleben, wie diese von Mensch zu Mensch variiert.

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Agnes Meyer-Brandis lebt und arbeitet in Berlin. Nach dem anfänglichen Studium der Mineralogie an der RWTH Aachen, studierte sie Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf sowie Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln, KHM. Ihre Arbeiten, in internationalen Ausstellungen und Festivals präsent und ausgezeichnet, beschreiben eine Wanderung an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, Fakt und Fiktion - eine künstlerische Wirklichkeitsforschung, auf der Suche nach dem Realitätsgrad von Konstruktionen der uns umgebenden Welt und Materie.

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Sean Raspets künstlerische Arbeiten bestehen häufig aus flüssigen chemischen Formulierungen von künstlichen Geschmacks- und Duftmolekülen. In jüngerer Zeit hat er sich in seinen Werken mit Nahrung, Ernährung, menschlichem Stoffwechsel und der Entwicklung menschlicher Zellen mittels Stammzellen befasst. Er ist Aroma- und Duftstoffchemiker und Mitbegründer des algenbasierten Lebensmittelherstellers Nonfood. In seiner künstlerischen Praxis bevorzugt er die Abkehr von der spezialisierten Kunstwirtschaft zugunsten von Bestrebungen, die in der Wirtschaft zirkulieren, im Großen und Ganzen unter Nutzung der vorherrschenden Produktionsweisen, wie Massenprodukte und proprietäre Molekularstrukturen.
Raspet's Arbeiten wurden unter anderem im The Artist's Institute, New York, beim Okayama Art Summit 2019, im Museum of Contemporary Art, Chicago, im Museum of Contemporary Art, Detroit, im de Young Museum, San Francisco, in der Jessica Silverman Gallery, San Francisco, im M Woods Museum, Peking, in der Societé, Berlin, bei der 9. Berlin Biennale, in Bridget Donahue, New York, im SculptureCenter, New York, und in The Kitchen, New York, ausgestellt.

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Barry C. Smith ist Direktor des Institute of Philosophy an der School of Advanced Studies der Universität London und Gründungsdirektor des Centre for the Study of the Senses, das die Zusammenarbeit zwischen Philosophen, Psychologen und Neurowissenschaftlern fördert. Er forscht zu den multisensorischen Wechselwirkungen zwischen Geschmack, Aroma und Geruch. Smith veröffentlichte theoretische und experimentelle Artikel in Nature, Food Quality and Preference, Flavour and Chemical Senses und ist Herausgeber von Questions of Taste: The philosophy of wine, Oxford University Press. Er ist außerdem Leadership Fellow des Arts and Humanities Research Council für das Thema Wissenschaft in der Kultur.

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Scent Club Berlin ist ein Kollektiv und eine Gemeinschaft, die sich zusammenfinden, um zu forschen, Projekte zu realisieren und zusammenzuarbeiten, wobei der Geruchssinn im Mittelpunkt steht. Die Gruppe konzentriert sich auf Duft und Geruch als Medium für Kunst, Wissenschaft, Technologie, Ausdruck und Experiment. Seit ihrer Gründung hat die Gruppe interaktive Installationen und Führungen in Galerien und Museen wie MMOMA Moskau, Hamburger Bahnhof und Martin Gropius Bau geschaffen, bei denen die Besucher*innen nicht nur Beobachter sind, sondern auch Teil der Arbeit werden. Die Geruchsfanatiker*innen treffen sich ein Mal im Monat in offenen Treffen, um Wissen und Neugierde zu teilen und sich mit anderen Geruchsenthusiast*innen zu verbinden. Die Inhalte der Treffen reichen von Vorträgen von Biolog*innen, Künstler*innen und Chemiker*innen über Destillationen, Duftexperimente, Diskussionen und vielem mehr. Scent Club Berlin arbeitet seit 2015 zusammen. Zu den aktuellen Mitgliedern gehören Klangkünstler Max Joy, Künstlerin Alanna Lynch, Designerin Mareike Bode, Künstlerin Eeva-Liisa Puhakka, Künstlerin Chaveli Sifre Riestra und Fotografin Aleksandra Pawlowska.

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Sissel Tolaas studierte Chemie, Bildende Kunst, Linguistik und Mathematik in Oslo, Moskau, St. Petersburg und Oxford. Seit den 1990er Jahren baute sie diverse Geruchsarchive auf und unterzog sich sieben Jahre lang einem intensiven Geruchstraining. Tolaas bezeichnet sich als „professional in-betweener“ und ist in der Wissenschaft ebenso Zuhause wie in der Kunst. Sie war Teil des Art & Science-Projektes „Synthetic Aesthetics“, arbeitete mit Wissenschaftler*innen des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik an einem Vokabular zur präzisen Verbalisierung von Gerüchen und zeigte ihre Arbeit weltweit, darunter zuletzt auf der Riga Biennale (2018), im Museum of Modern Art (2016 / 2010), im Hamburger Bahnhof (2017 / 2004), im Museum Tinguely (2015) oder in der Stiftung Thyssen-Bornemisza Art Contemporary in Wien (2017-19). Im Jahr 2019 wurde ihre Ausstellung 22 – Molecular Communication im Projektraum der Schering Stiftung gezeigt.

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Anna Virnich (*1984) hat ihr Studium 2013 an der HBK Braunschweig abgeschlossen. Sie zeigte in Einzelausstellungen unter anderem bei Drei, Köln; Proyectos Monclova, Mexico City; Kunstverein Schloss Morsbroich, Leverkusen; Bonner Kunstverein, Bonn; Städtische Galerie, Remscheid; Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf und war beteiligt an Ausstellungen u.a. in der Sammlung Philara, Düsseldorf; Centre d'Art Contemporaine Chanot, Clamart, Frankreich und im Schmela Haus, Düsseldorf. Im Jahr 2019 wurde ihre Ausstellung Hyperdrüse im Projektraum der Schering Stiftung gezeigt. Anna Virnich lebt und arbeitet in Berlin.

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Partner 

Das Symposium findet im Rahmen der Brain Awareness Week 2020 statt.

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