Schering Stiftung

Ausstellung 

Installationsansicht von „Rehearsal Room“, Nicole L'Huillier,  36. Ljubljana Biennale of Graphic Arts, 2025

Installationsansicht von „Rehearsal Room“, Nicole L'Huillier, 36. Ljubljana Biennale of Graphic Arts, 2025
Foto: Gregor Gobec. MGLC Archive

Nicole L'Huillier

Rehearsal Room

Installationsansicht von „Rehearsal Room“, Nicole L'Huillier, 36. Ljubljana Biennale of Graphic Arts, 2025
Foto: Gregor Gobec. MGLC Archive

Nicole L'Huillier

Rehearsal Room

Laufzeit:

24.04. – 05.07.2026

Ausstellungseröffnung:

Donnerstag, 23. April 2026, 18–21 Uhr

Öffnungszeiten:

Donnerstag und Freitag, 14–20 Uhr
Samstag und Sonntag, 12–20 Uhr

Veranstaltungsort:

Projektraum der Schering Stiftung
Unter den Linden 32-34
10117 Berlin


Im Frühjahr 2026 präsentiert die Schering Stiftung die Ausstellung Rehearsal Room der chilenischen, in Berlin lebenden Künstlerin Nicole L’Huillier. Der Titel Rehearsal Room bedeutet sowohl Probenraum als auch einen besonderen Typus von Klangumgebung: Mithilfe von Komposition, von künstlicher Intelligenz fabrizierten Klängen und Vokalstimme verwandelt L’Huillier den Ausstellungsraum der Stiftung in einen Ort des Experimentierens. Sie stimmt die Besucher*innen klanglich darauf ein, eine andere Art von Wirklichkeit, die Welt des Träumens, zu erleben.

Die Klänge sind so ausgewählt und arrangiert, dass sie sich auf die Besucher*innen übertragen; ihre Gehirnaktivität und Herztöne schwingen im Takt der beruhigenden Töne und Frequenzen. Auf diese Weise entsteht ein Schwellen- und Synchronisationsraum, der einerseits Ruhe und Rückzug bietet und es den Besucher*innen andererseits ermöglicht, sich bewusst auf ungewohnte körperliche und kognitive Erfahrungen einzulassen. Um eine dafür stimmige Soundscape zu schaffen, verschränkt die Künstlerin digital erzeugte Klänge mit Stimme, Gesang und Aufnahmen aus der Natur.

Der Klangraum, der mit Rehearsal Room entworfen wird, resultiert aus L’Huilliers langjährigen Auseinandersetzung mit Frequenzen und Klängen, die das Potenzial haben, den Zugang zu  anderen Bewusstseinszuständen zu eröffnen. Er ist zweitens das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit dem kolumbianischen Produzenten und Klangkünstler Nyksan, der dank einer Kooperation mit dem Berliner Künstler*Programm des DAAD eingeladen werden konnte, mit der Künstlerin vor Ort am Soundtrack der Ausstellung zu arbeiten.

Die Ausstellung vereint drei verschiedene Zonen: Die erste ist eine Ruhezone, in der die eben beschriebene Raumkomposition erklingt. Eine Akustikschaummatte und Kissen, die beruhigende Geräusche wie das Schnurren von Katzen, rhythmische Herztöne oder Meeresrauschen emittieren, geben den Besucher*innen das Gefühl, in einer auf sie einwirkenden Klangwelt zu sein.

Die zweite Station lässt Traumerzählungen erklingen, mutet jedoch als Installation zunächst wie ein Flüsterchor an. Es ist ein digital-analoger Hybridchor und entstanden, indem eine sprachbasierte künstliche Intelligenz von der Künstlerin und ihr nahestehenden Personen trainiert wurde. Statt mit Worten wurde die KI mit Flüsterlauten und wispernden Geräuschen gefüttert und sodann eingesetzt, um auf einer Onlinedatenbank veröffentlichte Traumberichte einzulesen. So lassen sich die einzelnen Episoden des Traumarchivs in einer Weise vernehmen, die nicht nur seltsam, anders menschlich und unheimlich klingen, sondern von den Besucher*innen auch verlangen, das Ohr dicht an den jeweiligen Lautsprecher zu legen. Nur durch aufmerksames Horchen lassen sich erzählerische Episoden aus dem Geflüster vernehmen.

Das dritte Element schließlich versammelt Gespräche mit Expert*innen der Schlafforschung wie Prof. Dr. Björn Rasch, Schlafforscher und Experte für Kognitive Biopsychologie an der Université de Fribourg oder Dr. Karen Konkoly, Postdoktorandin am Labor für kognitive Neurowissenschaften der Northwestern University. Sie berichten von Ergebnissen ihrer Forschung, u.a. den gesundheitlichen Vorteilen guten Schlafes, den Auswirkungen von Klangfrequenzen auf die geistige Aktivität und dem Potenzial des luziden Träumens, das Forscher*innen hilft, neue Einblicke in Aktivitäten wie das Schlafen, Träumen und derweilige Bewusstsein zu gewinnen. Weitere Beiträge stammen von Künstler*innen, die sich auf kollektive Praktiken des Träumens und das Dreamsharing fokussieren wie dem Künstlerduo Nomasmetaforas oder der*dem Künstler*in und Lyriker*in Precious Okoyomon.

Die Ausstellung ist in enger Zusammenarbeit mit dem Traum- und Schlafforscher Dr. Adam Haar Horowitz entstanden. Als Neurowissenschaftler arbeitet er zu den Themen Traum und Trauminkubation. Er interessiert sich insbesondere für sogenannte hypnagogische Bilder, die im Prozess des Einschlafens auftreten. Haar Horowitz sensibilisiert durch seine wissenschaftliche Arbeit und in seinen Projekten mit Künstler*innen für die Wichtigkeit des Träumens, Tagträumens und Abdriftens.

Rehearsal Room ist eine Art Schlaflabor und zugleich ein immersiver Erfahrungsraum, der den Fokus auf Akustik, Technologie und Resonanz legt. Es geht in dieser Ausstellung um das körperliche Hören und das Sich-Einlassen auf unbewusste Prozesse und Phänomene.

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Ouverture 

Performance — 29.01.2026

Listening Session mit Nicole L’Huillier + Nyksan im Rahmen der transmediale

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Partner 

Rehearsal Room wurde in Zusammenarbeit mit der 36. Ljubljana Biennale of Graphic Arts produziert, die vom 6. Juni bis 12. Oktober 2025 zu sehen war.
Durch ein Stipendium des DAAD Sonderprogramms Künste und Medien, finanziert aus Mitteln des Auswärtigen Amtes, wird der Aufenthalt des Klangkünstlers und Projektpartners Nyksan ermöglicht.
In Kooperation mit der Deutschen Stiftung Schlaf

36th Ljubljana Biennale of Graphic Arts
DAAD
Deutsche Stiftung Schlaf

Nicole L’Huillier (geb. 1985) ist eine transdisziplinäre Künstlerin und Forscherin aus Santiago, Chile. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Erforschung von Klängen und Schwingungen, die sie als Material nutzt, um sich mit Fragen zu Handlungsmacht, Identität, Kollektivität oder dem Entwickeln einer ‚schwingenden‘ Vorstellungskraft auseinanderzusetzen. Ihre Arbeiten manifestieren sich in Form von Installationen, klingenden oder schwingenden Skulpturen, speziell gefertigten Geräten, die Klänge erzeugen oder zum Zuhören gedacht sind, Performances, experimentellen Kompositionen, Gedichten, die als Membran fungieren, und Texten. Sie hat einen Doktortitel in Media Arts & Sciences vom Massachusetts Institute of Technology, MIT (2022).

Zu ihren Ausstellungen zählen Präsentationen auf der 36. Ljubljana Biennale of Graphic Arts (2025), 14a Bienal do Mercosul (2025), der 60. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia (2024), TabakaleraDonostia (2025), Kunsthalle Bern (2024), Ming Contemporary Art Museum (McaM),Shanghai (2023), ifa-Galerie Stuttgart (2023), Bienal de Artes Mediales Santiago (2023, 2021, 2019, 2017), Staatliche Kunsthalle Baden-Baden (2022), transmediale, Berlin (2022), Ars Electronica, Linz (2022, 2019, 2018), Museo de Arte Contemporáneo (MAC), Santiago de Chile (2022), 6. Ural Industrial Biennale, Ekaterinburg (2021) und 16. Internationale Architekturausstellung –La Biennale di Venezia (2018).

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Adam Haar Horowitz, PhD, ist Neurowissenschaftler, Designer und Gründer von DUST, dem Pionierunternehmen im Bereich Dream Engineering. Seine Forschung untersucht, wie Träume das Gedächtnis, die Kreativität, die Emotionen und das Wohlbefinden beeinflussen und wie neue Technologien sicher und sinnvoll mit dem schlafenden Geist interagieren können.

Adam hat einen Doktortitel vom MIT, wo er in der Fluid Interfaces Group des Media Lab an der Entwicklung der ersten Geräte zur gezielten Trauminkubation mitwirkte. Er ist sowohl dem Dream Engineering Lab am Institut für Psychiatrie der Université de Montréal als auch dem Center for Sleep and Cognition der Harvard Medical School angeschlossen. Seine Arbeit verbindet Neurowissenschaften, psychische Gesundheit und Kultur und wurde in Nature, Science, der New York Times, der BBC, NPR, Stanford HAI und globalen Kunstinstitutionen wie dem MIT Museum, LUMA, Tribeca und CPH:DOX vorgestellt. Durch DUST leitet Adam ein multidisziplinäres Team, das Tools entwickelt, die Menschen dabei helfen, ihre innere Landschaft durch die Wissenschaft der Träume zu erforschen, zu verstehen und zu gestalten.

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Schering Stiftung

Unter den Linden 32-34
10117 Berlin

Telefon: +49.30.20 62 29 65
Email: info@scheringstiftung.de

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Projektraum

Donnerstag bis Freitag: 14-20 Uhr
Samstag und Sonntag: 12-20 Uhr
Eintritt frei

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