Schering Stiftung

Vortrag 

Foto: Yegor Kamelev @ unplash

Geruch im Anthropozän: aus dem Blickwinkel von Insekten

Vortrag und Gespräch

Foto: Yegor Kamelev @ unplash

Geruch im Anthropozän: aus dem Blickwinkel von Insekten

Vortrag und Gespräch

Termin:

06.05.2019, 18–19:30 Uhr

Veranstaltungsort:

Schering Stiftung
Unter den Linden 32-34
10117 Berlin

Vortrag und Gespräch finden in englischer Sprache statt.

Eine Anmeldung ist erforderlich (Formular unten).

Bitte beachten Sie:
Am 6. Mai 2019 schließt die Ausstellung vorzeitig um 16 Uhr.


So gut wie alle Insekten sind stark von ihrem Geruchssinn abhängig, um Geschlechtspartner, Nahrung und Eiablageplätze zu finden und um Feinden und schädlichen Mikroben aus dem Weg zu gehen. Die Evolution hat sie mit einem herausragenden Geruchssinn ausgestattet, der dem der meisten anderen Tiere überlegen ist. Heute haben wir es allerdings mit einem starken Rückgang der Insektenpopulationen zu tun. Das stellt auch ein ernsthaftes Problem für die Menschheit dar, da wir stark von den Ökosystemdienstleistungen abhängig sind, die Insekten als Bestäuber oder Zersetzer sowie als natürliche Feinde anderer, weniger nützlicher Insekten erbringen.

In seinem Vortrag wird Prof. Dr. Bill S. Hansson, Leiter der Abteilung für Evolutionäre Neuroethologie am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena, über den hochentwickelten Geruchssinn von Insekten sprechen und darüber, wie dieser ihr Leben bestimmt, sie aber auch verwundbar macht. Er wird zudem eine von seiner Abteilung initiierte Studie vorstellen, die untersucht, inwiefern menschliche Aktivitäten – im Zeitalter des Anthropozän – die chemische Sprache der Insekten beeinflussen. Dabei geht es v.a. um die Auswirkungen von Ozon, CO2 und Stickoxiden.

Der Vortrag findet anlässlich der Ausstellung „22 – Molecular Communication“ der Künstlerin Sissel Tolaas statt, die vom 11. April bis 24. Juni 2019 in der Schering Stiftung zu sehen ist.

Seit Jahren widmet sich Sissel Tolaas verstärkt ökologischen Themen. Wie verändern sich Geruchslandschaften im Anthropozän? Wie wirken sich allgegenwärtiger Schmutz und Unrat auf das Leben und soziale Miteinander in den großen Metropolen aus? In einem gemeinsamen Gespräch diskutieren Sissel Tolaas und Bill Hansson die Konsequenzen des Anthropozän für das menschliche sowie tierische Riechen und Verhalten.

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Sissel Tolaas: 22 – Molecular Communication 

Interdisziplinärer Workshop zum Thema Geruch 

Ausstellung — 11.04. – 24.06.2019

Die Geruchsforscherin und Künstlerin Sissel Tolaas kartografiert und archiviert Gerüche auf der ganzen Welt. Für die Ausstellung „22 – Molecular Communication“ ermittelt sie den Duft der Müllerstraße im Wedding.

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Workshop — 08.02.2019

Das gemeinsame Interesse von Wissenschaftler*innen und Kulturschaffenden am Geruch nahm die Schering Stiftung zum Anlass für einen interdisziplinären Workshop.

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Die Sprecher*innen 

Bill S. Hansson ist ein schwedischer Neuroethologe. Er studierte Biologie an der Universität Lund. Nach der Promotion in Ökologie und einem Postdoc-Aufenthalt in den USA wurde er Professor für chemische Ökologie, zuerst in Lund und ab 2001 an der Schwedischen Landwirtschaftlichen Universität in Alnarp. 2006 wurde er als Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft an das Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie in Jena berufen. Als Direktor der Abteilung Evolutionäre Neuroethologie untersucht er die neurophysiologischen und verhaltensrelevanten Aspekte der Wechselwirkungen zwischen Insekten und ihren Wirtspflanzen. Im Fokus stehen dabei die Fragen, wie Insekten Düfte aufspüren und in ihrem Gehirn weiterverarbeiten und wie die Geruchswahrnehmung ihr Verhalten steuert.
Seit 2010 ist Bill S. Hansson zudem Honorarprofessor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und seit 2014 Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft.

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Sissel Tolaas studierte Chemie, Bildende Kunst, Linguistik und Mathematik in Oslo, Moskau, St. Petersburg und Oxford. Seit den 1990er Jahren baute sie diverse Geruchsarchive auf und unterzog sich sieben Jahre lang einem intensiven Geruchstraining. Eines ihrer ersten urbanen olfaktorischen Forschungsprojekte wurde im Jahr 2004 auf der 3. Berlin Biennale ausgestellt. Tolaas hatte dafür systematisch die Gerüche der Berliner Stadtteile Mitte, Kreuzberg, Neukölln, Reinickendorf und Charlottenburg erforscht und nachgebaut.
Kurze Zeit später gründete sie das Smell Re_search Lab, das sich bis heute in Berlin-Wilmersdorf befindet und von dem internationalen Konzern IFF (International Flavors and Fragrances) unterstützt wird.
Tolaas bezeichnet sich als „professional in-betweener“ und ist in der Wissenschaft ebenso Zuhause wie in der Kunst. Sie war Teil des Art & Science-Projektes „Synthetic Aesthetics“, arbeitete mit Wissenschaftler*innen des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik an einem Vokabular zur präzisen Verbalisierung von Gerüchen und zeigte ihre Arbeit weltweit, darunter zuletzt auf der Riga Biennale (2018), im Museum of Modern Art (2016 / 2010), im Hamburger Bahnhof (2017 / 2004), im Museum Tinguely (2015) oder in der Stiftung Thyssen-Bornemisza Art Contemporary in Wien (2017-19).

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