
Die künstlerische Praxis von Aljoscha umfasst Skulptur, Installation, Malerei und Zeichnung. Seine Arbeiten in der Sammlung Schering Stiftung im Kupferstichkabinett in Berlin demonstrieren eine Dimension der biomorphen Struktur, die sich auch in Werken von Tomás Saraceno und Nora Schattauer findet, beide ebenfalls Teil der stiftungseigenen Sammlung.
Die insgesamt 22 unbetitelten kleinformatigen Zeichnungen des ukrainischen Künstlers aus dem Jahr 2015 bestehen vollständig aus fein gesetzten Bleistiftpunkten. Trotz des Verzichts auf Farben gelingt es dem Künstler, filigrane Gebilde in variierenden Grautönen zu schaffen. Dabei kommt die Abdunkelung durch die Verdichtung und Überlagerung mehrerer Punkte zustande. Die Motive erinnern an pflanzliche Formen und harmonieren damit mit der Wahl des Papiers. Bei letzterem handelt es sich um Lokta-Papier, das aus Seidelbast, einer Pflanze aus dem Himalaya-Gebiet, gewonnen wird. Der Bildträger besitzt durch den Einschluss dunklerer Fasern eine einzigartige Oberflächenstruktur und trägt dazu bei, das Bildmotiv zu beleben.
Aljoscha versteht seine Kunst als „Biofuturismus“ oder als Ausdruck neuer zellularer Lebensformen. Er begreift seine künstlerisch-konzeptuellen, organischen Gebilde als Kreationen, die inspiriert sind von den Methoden der synthetischen Biologie, einem jüngeren Forschungsfeld der Lebenswissenschaften. Bei der synthetischen Biologie werden biologische Zellen und einfache Organismen im Labor mithilfe von Ingenieursprinzipien verändert oder vollständig im Labor konstruiert.
Unter den Linden 32-34
10117 Berlin
Telefon: +49.30.20 62 29 65
Email: info@scheringstiftung.de
Donnerstag bis Freitag: 14-20 Uhr
Samstag und Sonntag: 12-20 Uhr
Eintritt frei