Schering Stiftung

Preisträger*in 

Yevgenia Belorusets

Yevgenia Belorusets
Foto: Yao Tsy

Yevgenia Belorusets, Anfang des Krieges: Tagebücher aus Kyjiw, Matthes & Seitz 2022

Yevgenia Belorusets, Anfang des Krieges: Tagebücher aus Kyjiw, Matthes & Seitz 2022
Foto: Yevgenia Belorusets

Yevgenia Belorusets, Anfang des Krieges: Tagebücher aus Kyjiw, Matthes & Seitz 2022

Yevgenia Belorusets, Anfang des Krieges: Tagebücher aus Kyjiw, Matthes & Seitz 2022
Foto: Yevgenia Belorusets

Sonderpreis für künstlerische Forschung

Sonderpreis für künstlerische Forschung


Die Schering Stiftung zeichnet die Fotografin und Schriftstellerin Yevgenia Belorusets (*1980, Kyiv) mit dem Sonderpreis für künstlerische Forschung der Schering Stiftung aus, der in diesem Jahr erstmalig vergeben wird. Es handelt sich dabei um die besondere Auszeichnung einer Künstlerin, deren Schaffen die Jury im Rahmen der Sitzung zum Preis für künstlerische Forschung der Schering Stiftung 2022 als politisch relevant erachtet. Ihre Werke bewegen sich an der Schnittstelle von Kunst, künstlerischer Forschung, Literatur, Journalismus und sozialem Aktivismus.

In ihrer künstlerischen und literarischen Praxis beschäftigt sich Belorusets seit Jahren mit der politischen Situation in der Ukraine. 2013 hielt sie die Proteste auf dem Maidan in Kiew in eindrücklichen schwarz-weiß Fotografien fest. In den Jahren 2014 bis 2019 reiste sie immer wieder in die Ostukraine, um dort den Alltag in Kriegszeiten zu untersuchen und zu beschreiben. Ihre Recherchen, ihre fotografische Arbeit sowie ihr Schreiben mündeten in einem einzigartigen Stil, der Fotografie und Text miteinander verknüpft. In den vergangenen Jahren legte Belorusets ambitionierte fotografische Langzeitprojekte vor. Dazu gehören Gogol Street 32, in dem sie die Bewohner eines kommunalen Wohnhauses bei ihren täglichen Verrichtungen in einem langsam zerfallenden Wohnumfeld zeigte oder Victories of the defeated (Siege der Besiegten), für das sie zwischen 2014 und 2016 Kohlebergwerke in der Ukraine unweit der Kriegszone im ostukrainischen Donbas besuchte, um das Arbeiten dort vor dem Hintergrund des militärischen Konflikts zu untersuchen. In den vergangenen Jahren veröffentlichte sie die Bücher Anfang des Krieges (Matthes & Seitz, 2022), Modern Animal (Isolarii, 2021) und Glückliche Fälle (Matthes & Seitz, 2019).

Belorusets‘ Werk ist für die Jurymitglieder angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine von herausragender Bedeutung und verdient besondere Aufmerksamkeit. Der Sonderpreis soll die Künstlerin und Autorin in ihrem künstlerischen und literarischen Schaffen unterstützen, geplante Projekte und künftige Vorhaben ermöglichen sowie einen Beitrag dazu leisten, ihr Werk weiter bekannt zu machen.

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Begleitveranstaltungen 

Preisverleihung an Yevgenia Belorusets

23.02.2023, 18 Uhr
Preisverleihung und Künstlerinnengespräch mit Yevgenia Belorusets und Katja Petrowskaja

Ort: Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Voraussetzung für die Teilnahme an der Preisverleihung am 23. Februar ist eine Anmeldung per E-Mail zwischen dem 6. und dem 17. Februar unter Angabe des vollständigen Namens und des Geburtsdatums an kunst-raum@bundestag.de. Der Zutritt erfolgt ab 17 Uhr über den Südeingang des Reichstagsgebäudes nach Vorlage eines Personalausweises. Wir bitten um verbindliche Anmeldung, denn der Zugang ist begrenzt.

Jury-Statement 

„Im Werk der ukrainischen Fotografin, Journalistin und Schriftstellerin Yevgenia Belorusets verbinden sich Bilder und Geschichten zu einer untrennbaren Einheit. Seit dem Beginn der russischen Übergriffe auf die Ostukraine im Jahr 2015 hat Belorusets einen literarisch-dokumentarischen Ansatz entwickelt, mit dem sie fotografische Zeugnisse und persönliche Geschichten, ...

eigene Beobachtungen und fremde Kommentare aus den sozialen Medien zusammenführt. Im Fokus ihrer umfänglichen Recherchen und sensiblen Beobachtungen, die seit dem russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt am 24. Februar 2022 auch den gefährlichen Alltag dort in den Blick nehmen,

steht das Einsickern des Krieges in das Leben der ukrainischen Bevölkerung. Mit trauriger Klarheit wie mit emphatischer Diskretion macht die Künstlerin und Schriftstellerin die emotionale Realität der Menschen in der Ukraine spürbar.“

Die Jury 

Nontsikelelo Mutiti ist eine in Simbabwe geborene bildende Künstlerin. Sie setzt sich dafür ein, die Arbeit und Praktiken Schwarzer Menschen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durch einen konzeptionellen Ansatz für Design, Veröffentlichung, Archivierung und den Aufbau von Institutionen aufzuwerten. Mutiti hat ein Diplom in Multimedia vom Zimbabwe Institute of Vigital Arts (ZIVA) und einen MFA von der Yale School of Art mit Schwerpunkt Grafikdesign. Mutiti ist die Leiterin der Graduiertenstudiengänge für Grafikdesign an der Yale School of Art. Sie hatte akademische Positionen am Zimbabwe Institute of Vigital Arts (ZIVA), am SUNY Purchase College und an der VCUart der Virginia Commonwealth University inne.

 

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Sinthujan Varatharajah ist politische*r Geograph*in und Essayist*in, die*der zu Staatenlosigkeit, Räumlichkeit und Geographien der (Ohn)Macht forscht und schreibt. 2020 war Varatharajahs Ausstellung "wie man* eine arche bewegt" Teil der 11. Berliner Biennale für zeitgenössische Kunst". Varatharajahs erstes Buch "an alle orte, die hinter uns liegen" erscheint im September 2022 im Hanser Verlag.

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Charlotte Klonk studierte Kunstgeschichte an den Universitäten von Hamburg und Cambridge. Nach ihrer Promotion war sie Junior Research Fellow am Christ Church College, Oxford University, und Lecturer an der University of Warwick. Seit 2011 ist sie Professorin für Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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Clara Herrmann

Leitung JUNGE AKADEMIE der Akademie der Künste, Berlin

Clara Herrmann leitet seit 2019 die JUNGE AKADEMIE, das internationale Artist-in-Residence-Programm der Akademie der Künste, Berlin mit Stipendiat*innen aller Kunstsektionen der Akademie und Stipendienprogrammen in Berlin (Deutschland) und Olevano (Italien). Für die JUNGE AKADEMIE entwickelte sie u. a. das Programm „Human Machine“ und initiierte das Projekt „AI Anarchies“ mit Stipendienprogramm, Herbstakademie und Ausstellung. Sie ist Mitglied des Beirats der Gesellschaft für Künstlerische Forschung. Zuvor gründete und leitete sie von 2015-19 das Digital Solitude Programm der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart, für welches sie u. a. das Programm „Web Residencies“ entwickelte. Von 2017 bis 2019 war sie zudem wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kulturmanagement der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und ist Mitherausgebern des Sammelbandes „Der digitale Kulturbetrieb“. Clara Herrmann hat Literatur- und Rechtswissenschaften sowie Kunst- und Kulturmanagement in Berlin, London und Frankfurt (Oder) studiert.

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