Schering Stiftung

Vortrag 

James Turrell, Ganzfeld „Aural“, 2018, Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Dieter und Si Rosenkranz

James Turrell, Ganzfeld „Aural“, 2018, Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Dieter und Si Rosenkranz
Foto: Florian Holzherr

Kunst trifft Wissenschaft

James Turrell und der Ganzfeld-Effekt

James Turrell, Ganzfeld „Aural“, 2018, Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Dieter und Si Rosenkranz
Foto: Florian Holzherr

Kunst trifft Wissenschaft

James Turrell und der Ganzfeld-Effekt

Termin:

10.09.2019, 19–20:30 Uhr

Veranstaltungsort:

Jüdisches Museum Berlin
Großer Saal
Lindenstraße 9–14
10969 Berlin

Die Veranstaltung ist ausgebucht. Es lohnt sich jedoch, an der Abendkasse nach nicht abgeholten Tickets zu fragen (kostenfrei). Diese werden ca. 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn ausgegeben.

Bereits ab 17:30 Uhr haben Besucher*innen der Veranstaltung die exklusive Möglichkeit, das Ganzfeld „Aural“ zu besichtigen. Zeigen Sie dafür einfach Ihr online oder vor Ort gelöstes Veranstaltungsticket am Eingang der Installation vor. Bitte beachten Sie: Es können maximal 6 Personen gleichzeitig die Installation betreten – es kann deshalb nicht garantiert werden, dass alle Besucher*innen Einlass erhalten.


„Man sieht sich selber sehen“, beschreibt James Turrell das Erlebnis seiner Ganzfeld-Pieces. Im diffusen Lichtfeld seiner Installation Ganzfeld „Aural“, die noch bis zum 6. Oktober 2019 im Jüdischen Museum Berlin zu sehen ist, verschwinden die Grenzen des Raumes – er erscheint in seinen Dimensionen nicht erfassbar und praktisch endlos. Ein Gefühl der Orientierungslosigkeit stellt sich ein und zugleich ein seltsamer Schwebezustand. Ein Gesprächsabend der Schering Stiftung und des Jüdischen Museums Berlin beleuchtet den Ganzfeldeffekt nun aus zwei unterschiedlichen Perspektiven.

James Turrell hat in den 1960er Jahren als einer der ersten Künstler*innen das Medium Licht ohne sichtbare Anbindung an den Leuchtkörper inszeniert und so immaterielles Licht zum Werkstoff und autonomen Gestaltungsmittel gemacht. Seinen Ursprung haben Turrells Arbeiten in dem Art & Technology-Programm der University of California und dem Los Angeles County Museum, in dem Künstler*innen und Wissenschaftler*innen im Kontext der Weiterentwicklung der Raumfahrt gemeinsam die Thematik Ganzfeld untersuchten.

Der Ganzfeldeffekt wurde in der Wahrnehmungspsychologie schon in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt. Unter einem Ganzfeld versteht man eine vollständig homogene und das ganze Sehfeld füllende Fläche. Beim Betrachten entsteht ein Gefühl der Orientierungslosigkeit, es kommt zu veränderter Farb- und Helligkeitswahrnehmung. Natürliche Ganzfelder kommen vor allem bei großen Schneefeldern, dichtem Nebel oder bei nächtlicher Dunkelheit vor. Turrell provoziert den Ganzfeldeffekt, indem er durch die Wahl der Lichtintensität und die Positionierung der Lichtquellen den Betrachter*innen die visuellen Anhaltspunkte für eine Raumwahrnehmung entzieht. In seiner Installation „Aural“ führt zwischenzeitlich einsetzendes Stroboskop-Licht zu einer zusätzlichen Irritation.

An dem interdisziplinären Gesprächsabend, zu dem das Jüdische Museum Berlin und die Schering Stiftung gemeinsam einladen, gibt Margarete Pratschke, Gastprofessorin für Kunst- und Bildgeschichte der Moderne und Gegenwart, HU Berlin, einen Einblick in das Art & Technology-Programm und stellt Turrells Arbeiten und die Lichtkunst in den wissenschaftsgeschichtlichen Kontext ihrer Entstehung. Ernst Pöppel, ehemaliger Direktor des Instituts für medizinische Psychologie der LMU München, erläutert in seinem Vortrag „Ein Blick in die Augen und das Gehirn – beim Sehen“ die physiologischen und psychologischen Grundlagen der Wahrnehmungseffekte.

Gregor H. Lersch, Leiter Wechselausstellungen im Jüdischen Museum Berlin, moderiert den Abend und gibt eine Einführung zur Installation Ganzfeld „Aural“.

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Die Gastredner 

Ernst Pöppel hat Psychologie und Biologie in Freiburg und Innsbruck studiert. Er hat an Max-Planck-Instituten und am MIT in Cambridge (USA) über visuelle Wahrnehmung und Zeiterleben gearbeitet. An der LMU München hat er das Institut für medizinische Psychologie und das Humanwissenschaftliche Zentrum geleitet. Seit Jahren ist er Gastprofessor an der Peking University. Seine Mitarbeiter*innen kamen und kommen aus mehr als 40 Ländern. Sein Arbeitsmotto ist: „Scientists are Natural Ambassadors.“

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Margarete Pratschke ist Kunst- und Bildhistorikerin und erforscht die Geschichte der Bilder in Wissenschaft und Technik sowie die visuelle Kultur der digitalen Gegenwart. Nach der Promotion an der HU Berlin war sie als Postdoc an der ETH Zürich sowie bei eikones in Basel. Seit 2017 ist sie am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der HU tätig, derzeit als Gastprofessorin für Kunst- und Bildgeschichte der Moderne und Gegenwart. Für ihre Forschung zu den Ganzfeldexperimenten im Berliner Schloss erhielt sie 2016 den Caroline von Humboldt Preis.

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Partner 

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Berlin realisiert.

Jüdisches Museum Berlin

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